Ego! Manchmal wundere ich mich dann doch noch. Warum? Was verleitet mich zu so einem Blödsinn? Findet das sonst noch irgendjemand lustig? Aber der Reihe nach; ich bewege mich also in den Weiten des Webs, um in Erfahrung zu bringen, ob auf der neuen CD mit Kurzhörspielen von Heinz Strunk (“Mutter ist ein Sexmaschien”) hauptsächlich ältere, mir schon bekannte Stücke enthalten sind oder eben eher neues Material.

Nachdem ich den Sachverhalt geklärt habe, (Disc lohnt sich) stöbere ich weiter auf der erwählten Seite und stoße zufällig auf das Werk einer gewissen “Die Popette Betancor” namens “Damenbart“. Über das Cover muss ich leicht schmunzeln, vergrößere es und mein Lächeln hält eine Weile an. Jetzt suche ich nach einer Tracklist und der Möglichkeit, Schnipsel der Stücke zu genießen. Außer EINEM “Hörprobe”-Button finde ich aber nichts. So wird dieser eben angeklickt. Es ertönt ein Egg Shaker und dann eine Frauenstimme, die in einen Sprechgesang verfällt:

Ludwig ist’n richtig toller Ausnahmetyp. Steht was Wichtiges ins Haus, gibts kein Erbarmen, hat er geübt. Und tut nicht nur so, sondern hat es richtig drauf. Halbe Sachen gibt es nicht, ist schlecht für den Verkauf.

Ich bewege mich smooth zu den Rhythmen. Nach 50 Sekunden fadet das Sample aus. Es folgt kein weiteres. So weit so gut; nicht meine Baustelle (Chanson). Normalerweise ist die Geschichte an dieser Stelle zu Ende; rein rational betrachtet, müsste sie genau hier enden.

Ich allerdings gebe Titel und Interpreten nun bei amazon.de ein und komme so an die Liste der Lieder. Hier kann man zusätzlich in jedes reinhören. Das vorher gelaufene ist die Nummer 7 und heißt “Die Ballade von den 24 Stunden und dem Damenbart“. Das Tolle ist, dass der Ausschnitt ein anderer ist, als vorher.

Der nächste Schritt? Natürlich zu youtube.com, um zu checken, ob man dort kostenlos dem ganzen Werk lauschen kann. Fehlanzeige. Spätestens hier ist die Sache für jeden Anderen endgültig gelaufen und die Popette morgen wieder vergessen. Meiner Einer allerdings folgt einem Instinkt und surft zurück auf die Ausgangsseite. Dort entdeckt er das Feld “Weiterempfehlen”.

Das ist der Zeitpunkt. Jetzt läuft das Gehirn auf Hochtouren. Ich stelle mir vor, wie jemand die Mail mit diesem “heißen Tipp” öffnet und damit nichts anzufangen weiß. Das ist für mich Humor. Auch wenn ich nicht dabei sein kann, verzückt mich die reine Vorstellung so sehr, dass ich gleich der nächsten Person den Damenbart näherbringen muss.

Da fällt mir plötzlich ein, es wäre doch noch viel witziger, jemandem den Link zu schicken, mit dem ich nicht mehr regelmäßig verkehre. Liebe Leser, stellt Euch das mal vor; Ihr bekommt eine E-Mail von einem alten Schulkameraden, den Ihr vor 15 Jahren das letzte Mal kurz auf dem Stadtfest gesprochen habt. Und jetzt legt die Gedankenmaschinerie los; den gibts noch?, was will der denn ?, lange nichts mehr gehört, Klassentreffen? Und dann bekommt man eine Empfehlung für das Album Damenbart. Herrlich!!!

Das absolut Größte wäre es allerdings, wenn jeder, der meine Worte hier liest, meinem Beispiel folgen, den Weiterempfehlungs-Knopf drücken würde und so ein paar alten Bekannten weibliche Gesichtsbehaarung verpasste. :)

P.S.: Ich frage mich, ob das Teil nicht ein Hit geworden wäre, wenn die Fantastischen Vier es gecovert hätten. Anita, Klaus-Dieter!