Ein weiteres Jahr zieht vorüber, in dem ich jeden Pollterabend die Top 5 meiner Band/Musiker der Woche präsentierte. Jetzt habe ich nach einem Punktesystem diese 52 Wochen von 2012 durchforstet, wobei eine Top 20 der Top-Künstler des Jahres entstanden ist, die ich nun in Fünfer-Päckchen publik mache.

Teil 4 natürlich mit den Top 5; aber vorher möchte ich noch einen kleinen Einschub leisten. Leider habe ich das neue Album von You May Die In The Desert erst im Dezember bekommen. Dort waren sie hinter den Deftones auf Platz 2 gefangen und hatten zu wenig Zeit, um genug Punkte zu sammeln, die sie in diese Auflistung gebracht hätten. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, ist “International Waters” für mich allerdings eines der fünf besten Machwerke 2012, was durch ihren undankbaren 21. Platz nicht entsprechend gewürdigt wird. So viel dazu und jetzt; Countdown 5, 4, 3, 2, 1:

Platz 5: Architects

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Diese hohe Platzierung kommt für mich ein wenig überraschend. Da sind die Briten wohl im Sommerloch genau richtig mit dem neuen Album “Daybreaker” vorgeprescht. Und dies keine 1 1/2 Jahre nach dem etwas ruhigeren “Here And Now”. Die große Stärke der Langrille liegt sicher in ihrer Homogenität und den Spannungsbögen. Ähnlich ihrer Landsleute, die auf dem nächsten Platz folgen, hat die eher aggressive Musik aussagekräftige Lyriks, die für Frieden plädieren und klar Stellung (z.B. contra der gewalttätigen Auseinandersetzungen im August 2011 in Ost-London in “Devil’s Island”) beziehen. Hier bringen sie “These Colours Don’t Run” zu Gehör:

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Platz 4: Enter Shikari

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Erstes Highlight des Jahres war das dritte Studioalbum von Enter Shikari, welches eindeutig klarstellt, dass “Common Dreads” ein Übergangswerk war. Die besten Texte 2012 stammen von “A Flash Flood Of Colour”, die beste Musikdokumentation bietet “Phenakistoscope”, die Zusatz-DVD der Special-Edition von “A Flash Flood Of Colour” und die meisten “S” zu Beginn eines Titels kann “Sssnakepit” von “A Flash Flood Of Colour” vorweisen:

http://www.vimeo.com/29674331

Platz 3: Biffy Clyro

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Das Beste kommt eigentlich erst 2013; eine Doppel-CD mit 20 neuen Songs. Das zweite Halbjahr sah mich allerdings ihr 2002er, -03er und Live-Album von 2011 kaufen. Dann kam mit “Stingin’ Belle” ein erster Vorgeschmack auf “Opposites” und die Schotten spielten auf dem Westend Festival in Dortmund. Es würde mich nicht wundern, wenn 2013 Tracks wie “Black Chandelier” und “Sounds Like Balloons” ihnen auch den Durchbruch in Deutschland bescheren sollten.

http://www.vimeo.com/46760412

Platz 2: Deftones

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Hier von der Gnade der späten Geburt zu reden, wäre absolut inkorrekt. Seit November ist “Koi No Yokan” zu erwerben und jeden Pollterabend auf Platz 1. Trotzdem reicht es nicht auch die Jahresauswertung anzuführen. Fakt ist, dass das morgen vergangene Jahr mindestens zwei ganz große Alben hervorgebracht hat. Durch die Winterveröffentlichung eines der beiden kann diese Liste nicht die entgültigte Entscheidung liefern, welches denn das Album des Jahres 2012 ist. Ihren Status als meine Lieblingsband haben Chino Moreno & Co. aber definitiv zementiert. That travel through the air:

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Platz 1: Baroness

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Hätte man mir zu Beginn des Jahres gesagt, dass ich eben eine solche Liste für 2012 machen würde und ich hätte tippen sollen, wo Baroness landen, meine Antwort wäre klar gewesen: nicht dabei. Allerdings waren mir die Vorboten von “Yellow & Green” dann ja schon einen Hitwoch wert. Mit diesem Output haben die Jungs alles richtig gemacht. Natürlich wird es Leute geben, die sagen, dass beide CDs ja nur ca. 40 Minuten lang sind und man das locker auf einen Silberling bekommen hätte. Aus meiner Sicht ist dieses Gesamtkunstwerk genau richtig, so wie es ist; Layout top, Hülle mit Umhülle, eine CD gelb, die andere grün, vom Inhalt mal ganz abgesehen. Ich habe mir außerdem auch noch den Vorgänger “Blue Record” zugelegt, was auch hilfreich war, um sich diesen ersten Platz zu sichern.

Als Klangbeispiel hören wir nun “Take My Bones Away”, welches gen Ende (im Video ab 4:54) den wohl besten Part der jüngeren Musikgeschichte aufweist. Das ich hier von einem Gitarrensolo rede, hätte ich Anfang des Jahres auch noch für unmöglich gehalten:

http://www.vimeo.com/46377085