Der musikalische Jahresrückblick ist dieses Mal erst im neuen Jahr möglich, da die letzte Ausgabe des Pollterabends am 31.12. erschienen ist. Wieder gibt es das aus dem Vorjahr bewährte Steckbrief-Format.

Worum es sich überhaupt handelt? Ich zitiere, leicht abgewandelt, aus den vergangenen Best Ofs: Ich habe Euch jede Woche von den sechs Bands/Musikern berichtet, die mich in dem jeweiligen Zeitabschnitt am meisten überzeugt haben. Das aktualisierte Punktesystem (6 Punkte für Platz 1, 5 für Platz 2 … 1 Punkt für den 6. Rang), welches ich auf die dieses Mal 53 Ausgaben angewandt habe, kreierte mir so eine Liste, deren 20 Top-Acts ich hiermit in Fünfer-Päckchen publik mache.

Die allseits beliebten Statistiken:

a) Das United Kingdom hat sich dieses Jahr in der Nationenwertung an die Spitze gesetzt. Mit 8 Interpreten haben sie noch einen Repräsentanten mehr als im Vorjahr. Die USA verlieren ihren Platz an der Sonne, weil nur noch 5, statt der 7 Acts von 2015 zur 20er Elite gehören. Deutschlands Künstler sind so häufig wie nie im Rennen; aus zwei (2015) mach drei. Australien kann einen doppelten Erfolg feiern, die beiden verbleibenden Kapellen sind kanadischen und japanischen Ursprungs.

b) Nur drei der folgenden Platzierten haben 2016 keinen neuen Release unters Volk gebracht. Eine weitere Truppe hat den Sprung geschafft, ohne bisher ein reguläres Album veröffentlicht zu haben.

c) Instrumentalbands sind heuer vier dabei. Zwei weitere belegen Positionen im Bereich 21-25. Zum Vergleich die Zahlen der Vergangenheit: 2015: 6, 2014: 10, 2013: 5, 2012: 3, 2011: 8, 2010: 3

d) 9 der Ensembles tauchen zum ersten Mal im musikalischen Jahresrückblick auf. 2014 und 2015 waren es jeweils zehn Stück. Zum zweiten Mal dabei sind zwei Kapellen, zum dritten fünf, zum vierten wieder zwei. Die beiden weiteren Gäste feiern den fünften bzw. siebten Besuch, was beudeutet, sie waren in jedem einzelnen Jahr platziert.

e) Bisher haben es nur im Jahr 2014 Solokünstler auf meine Liste geschafft. Damals waren es dann direkt zwei (Herbie Hancock und Ben Howard). Jetzt kann ich zumindest mit einem einsamen Cowboy dienen.

Starten wir mit der Musik:

Platz 20: Mono

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Herkunft: Japan

2010-2015: 2014: 17., 2012: 12.

Zwei Sätze zum Jahr des Interpreten im Blutwurstaffen-Land:

“Requien From Hell” heißt das neue Album von Mono, auf dem sie geschickt zusammenfassen, wofür sie stehen; Japans Vorzeige-Instrumentalisten spielen weiter in der Champions League des Postrock, ohne auch nur ein bisschen ihrer Relevanz verloren zu haben. Der Titeltrack im Zentrum des Ganzen ist ein 17-minütiges Mamutwerk, dessen Video nur einen Ausschnitt daraus bietet.

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Platz 19: Korn

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Hall Of Fame #04 Issues

Herkunft: USA

2010-2015: 2013: 8., 2010: 17.

Zwei Sätze zum Jahr des Interpreten im Blutwurstaffen-Land:

Die ersten sechs Tracks des Albums “The Serenity Of Suffering” sprudeln nur so vor Kreativität und Eingängigkeit, zeigen die Band in Bestform. Hälfte 2 verhindert den Einstieg in die Top 3 der eigenen Discografie allerdings deutlich.

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Platz 18: Architects

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Herkunft: UK

2010-2015: 2014: 3., 2012: 5.

Zwei Sätze zum Jahr des Interpreten im Blutwurstaffen-Land:

Tom Searle hat den 16er Output “All Our Gods Have Abandoned Us” im Alleingang geschrieben, als Vermächtnis. Im August erlag der Texter und Gitarrist seinem Krebsleiden, was das abschließende “Memento Mori”, wie schon in den Lyrics erwähnt, zu seinem Swan Song macht.

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Platz 17: Baroness

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Herkunft: USA

2010-2015: 2012: 1.

Zwei Sätze zum Jahr des Interpreten im Blutwurstaffen-Land:

Ihrem 2012er Meisterwerk folgte ein Unfall mit dem Tourbus, der die Hälfte des Quartetts dazu brachte, auszusteigen. “Purple” geht wieder ein paar Schritte zurück zu den Anfangstagen der Band, ohne zu vergessen, wo die Stärke der härteren Songs von “Yellow & Green” lagen.

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Platz 16: Radiohead

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Hall Of Fame #14 OK Computer

Herkunft: UK

2010-2015: -

Zwei Sätze zum Jahr des Interpreten im Blutwurstaffen-Land:

Seit 2013 ist der Klassiker der Band in unserer Hall Of Fame, ohne dass ihre Erfinder je Teil dieses Rückblicks gewesen wären. Dessen großer Erfolg führte zur Abkehr vom Kommerz und Strophe/Refrain-Schema, was für die Qualität der Songs durchaus förderlich war, weil die Oxfordmänner mit jeder Veröffentlichung, in diesem Falle “A Moon Shaped Pool”, spannend bleiben.

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