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	<title>blutwurstaffe.de &#187; PferdimAnzug</title>
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		<title>Schall und Rauch</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 21:59:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuel Ladebeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[PferdimAnzug]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei einsame Seelen wanderten auf einem Pfad ins Nirgendwo. Die erste Seele war schlank, schön und hatte eine Glatze. Die zweite war kräftig, wortgewandt und astral. Sie schwebten nebeneinander her für eine Zeitspanne, die zu schätzen einerseits unmöglich und andererseits irrelevant war. Man konnte Existenz in ihrer reinsten Form beinahe körperlich spüren.
Da sprach die erste <a href="http://blutwurstaffe.de/2010/03/21/schall-und-rauch/" class="more-link">Mehr &#62;</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei einsame Seelen wanderten auf einem Pfad ins Nirgendwo. Die erste Seele war schlank, schön und hatte eine Glatze. Die zweite war kräftig, wortgewandt und astral. Sie schwebten nebeneinander her für eine Zeitspanne, die zu schätzen einerseits unmöglich und andererseits irrelevant war. Man konnte Existenz in ihrer reinsten Form beinahe körperlich spüren.<span id="more-560"></span></p>
<p>Da sprach die erste Seele: <em>&#8220;Seit Anbeginn der Zeit gleiten wir nun schon durch die kalte, ewige Leere. Sie verspottet uns mit ihrer vollkommenen Gleichgültigkeit. Wie lange noch? Warum sind wir überhaupt? Wo ist der Sinn?&#8221;</em></p>
<p>Und die zweite Seele antwortete:<em> &#8220;Du hast Recht, unser Schreiten scheint sinn- und ziellos. Aber das ist es nicht. Wir befinden uns im Krieg gegen einen Feind ohne Namen. Um zu überleben und schlussendlich zu gewinnen müssen wir ein Spiegel sein.&#8221;</em></p>
<p>Seele 1: <em>&#8220;Ein Spiegel?&#8221;</em></p>
<p>Seele 2: <em>&#8220;Genau das. Ein Spiegel aus Teilnahmslosigkeit und Ignoranz. Wir müssen einfach weiter marschieren, stets die Hoffnung im Herzen tragend tatsächlich unser undefiniertes Ziel zu erreichen. Nur so können wir die Sinnlosigkeit ad absurdum führen und damit ihrer Existenz berauben.&#8221;</em></p>
<p>Seele 1: <em>&#8220;Okay.&#8221;</em></p>
<p>Dekaden und Millinia vergingen. Völker entstanden, gründeten glorreiche Zivilisationen, eroberten die Sterne und verschwanden wieder. Götter wurden erdacht und wieder vergessen. Sonnen schenkten für Äonen Licht und Wärme, bis sie schließlich erloschen. Noch immer wandern zwei Seelen stets geradeaus in die graue Unendlichkeit.</p>
<p>Seele 1:<em> &#8220;Alles ist immer gleich. Die Welt scheint so persistent, dass all unsere Aktionen überhaupt nichts bewirken können. Es scheint, als hätte das Schicksal für uns vorgesehen für alle Ewigkeit eine nie endende Straße entlangzulaufen. Warum nur? Oh, wie grausam, es gibt keinen Weg aus dieser Hölle hinaus.&#8221;</em></p>
<p>Seele 2: <em>&#8220;Nun&#8230; das ist nicht ganz richtig.&#8221;</em></p>
<p>Seele 1: <em>&#8220;Was meinst du?&#8221;</em></p>
<p>Seele 2: <em>&#8220;Einen Weg gäbe es schon. Bekanntlich gibt es nur eine Kraft im Universum, die jede Fessel sprengen kann. Die Liebe!&#8221;</em></p>
<p>Seele 1: <em>&#8220;Die Liebe?&#8221;</em></p>
<p>Seele 2: <em>&#8220;Ja. Überreiche mir ein Geschenk, das von Herzen kommt und küsse mich auf schwadigen Lippen und wir werden frei sein wie Vögel im Wind.&#8221;</em></p>
<p>Nach einem langen Schweigen sprach die erste Seele: <em>&#8220;Auch wenn es ein bisschen eklig ist, so will ich doch so sehr von hier weg, dass ich es tun werde. Doch woher soll ich ein Geschenk nehmen, welches von Herzen kommt? Hier ist nichts, nur Leere.&#8221;</em></p>
<p>Seele 2: <em>&#8220;Überlege doch einmal.&#8221;</em></p>
<p>Seele 1: <em>&#8220;Nun fällt es mir ein. Ich schenke dir einfach ein Stück Rauchschwade von mir, und zwar genau von dort, wo mein nebeliges Herz sein sollte. Hier nimm.&#8221;</em></p>
<p>Seele 2: <em>&#8220;Danke. War das alles, oder möchtest du noch was mit mir machen?&#8221;</em></p>
<p>Seele 1 dreht im Laufen ihren Kopf nach rechts. Aus Nebelschwaden entstehen zwei perfekte Lippen, die sich vereinen. Das typische Knutschgeräusch ertönt, nur etwas abgedämpft. Über den beiden entsteht ein buntes Herz aus Regenbogenfarben.</p>
<p>Da öffnet die Köchin den Deckel ihres nagelneuen Dampfkochtopfes. Aller Nebel und Dampf entweicht und hüllt den Herdbereich für wenige Sekunden in eine Dunstwolke. Dann ist er verschwunden. Zufrieden wirft die Köchin ein Blick auf das Gulasch: <em>&#8220;Hmjo, das Zeuch war zwar etwas zu lange auf der Pladde, aber sieht noch ganz gut aus. Hohoho, monchmol scheind es mir, als ob das Essen eine eigene Seele hat&#8230;&#8221; </em></p>
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